Wunschlandschaft Schweiz: Eine wissenschaftliche Begleitstudie zum Expo.02 Projekt sWISH*

Ref. 7511

Description générale

Période concernée

September 2001

Région géographique

Informations géographiques additionnelles

Schweiz

Description

Zur Begleitung und Ergänzung des künstlerischen und somit qualitativ ausgerichteten Ausstellungsprojektes sWISH* auf der Bieler Arteplage der Expo.02 wurde seitens der Sponsoren IBM Schweiz und Swiss Re beschlossen, eine quantitativ ausgerichtete, wissenschaftliche Begleitstudie in Auftrag zu geben. Ziel der Begleitstudie war es, eine repräsentative Wunschlandschaft der Schweiz derart zu zeichnen, dass aufgrund der Konzeption der Studie über die Erhebung des Status Quo hinaus beliebige Bezüge zu Wunschszenarien späterer Generationen herstellbar werden. Mit dem Projekt Wunschlandschaft Schweiz wurde eine Grundlage geschaffen, welche es erlaubt, im Falle späterer Wiederholungen der Untersuchung Veränderungen des Schweizer Stimmungsbildes über die Zeit aufzeigen zu können. Ebenso wären aufgrund der erarbeiteten Konzeption spätere ländervergleichende Untersuchungen möglich. Die langfristige Sicherung der Zugänglichkeit der Daten für künftige Verwendungszwecke war eine explizite Auflage der Sponsoren IBM Schweiz und Swiss Re, die damit über die Dauer der Expo.02 hinaus einen Nachhaltigkeitsbeitrag leisten. Die befragten Personen konnten drei Wünsche ohne jede Einschränkung offen äussern. Zusätzlich stand ihnen je ein Wunsch für die Schweiz, für die Welt, für die Männer in der Schweiz und die Frauen in der Schweiz und für die Zeit nach dem Tod zur Verfügung. Schliesslich wurden die Personen aufgefordert eine Figur anzugeben, welche sie gerne sein möchten und eine Verwünschung zu äussern, welche sie sich für irgendeine Person ausdenken würden. Die Studie wird ergänzt durch eine historische Einbettung des Themas von lic. phil. Orlando Farrèr, Zürich, und eine soziologische Betrachtung und Kommentierung der Resultate durch das cultur prospective Institut, Zürich.

Résultats

An dieser Stelle werden die wichtigsten Ergebnisse der freien Wünsche und der Wünsche für die Schweiz knapp zusammengefasst. Bei der Erfragung der drei freien Wünsche konnten total 4197 Wünsche erhoben werden. Das Spektrum der Wünsche ist sehr breit, der Schwerpunkt der Verteilung liegt aber auf den zwei offenbar zentral wichtigen Themenklassen 'Gesundheit' und 'Materielles'. Die Klasse 'Materielles' kann dabei in drei Hauptaspekte unterteilt werden: a) Geld oder materieller Gegenwert; b) Freizeit, Hobby, Reisen; c) berufliche/schulische Leistung und Erfolg. 'Soziale Beziehungen' sowie 'Toleranz, Offenheit, Solidarität' und 'Spirituelles' waren Themen, welche jeweils weit weniger als 10%der Wünsche ausmachten. Unter 'spirituelle' Wünsche wurden dabei solche subsummiert, welche Themen wie 'mit sich selber im Reinen sein', 'innerlich frei sein', 'Weisheit' oder Ähnliches ansprachen. Politisch oder wirtschaftlich ausgerichtete Wünsche finden sich bei den drei freien Wünschen noch seltener. Aufgrund der Antwortmuster in den freien Wünschen konnten sechs Gruppen identifiziert werden, welche auf der Basis ihrer Wunschpräferenzen die Etiketten 'Tolerante', 'Pragmatische', 'Soziale', 'Spirituelle', 'Materialistische' und 'Friedliche' zugewiesen bekamen. Die 'pragmatisch' Wünschenden und die 'materialistisch' Wünschenden umfassen entsprechend den Wunschhäufigkeiten zusammen beinahe 60% aller Personen. Die anderen Gruppen haben Personenanteile von 6.7% bis 16.6%. Die deutlichsten Unterschiede zwischen den sechs Gruppen sind bei der Sprache und beim Alter auszumachen. 'Pragmatisch Wünschende' findet man z.B. überdurchschnittlich oft in der Deutschschweiz, 'sozial' und 'materialistisch Wünschende' sind in der Romandie übervertreten. Obwohl auch Unterschiede in anderen Merkmalen gefunden werden konnten, unterscheiden sich die Wünsche vor allem entlang der Sprachgrenzen. Insbesondere konnte auf dieser Basis eine Zweiteilung in Stadt und Land nicht gefunden werden. Auch beim Wunsch für die Schweiz konnten die grössten Unterschiede zwischen der deutsch und der französisch sprechenden Schweiz festgestellt werden. So wünschte man z.B. in der Romandie der Schweiz deutlich öfter 'Mehr Offenheit' (34.7%) als in der Deutschschweiz (20.1%) und im Tessin (15.8%).