EBEPS: Erkennung und Behandlung psychischer Störungen im Rahmen von Unfallereignissen und Berufskrankheiten

Ref. 9510

  

Ceci est la version 2.0 de ce projet.

Description générale

Période concernée

-

Région géographique

-

Informations géographiques additionnelles

Gesamte Schweiz

Résumé

1. Ausgangslage, Problemstellung Mit dem im Jahre 2003 lancierten Fallmanagement-Programm New Case Management' (NCM) will die Suva den Anteil der nach einem Unfall oder einer Berufskrankheit erfolgreich eingegliederter Patientinnen und Patienten erhöhen. Das Programm sieht - je nach Komplexität der bei den einzelnen Patienten vorliegenden Probleme - eine differenzierte Fallbearbeitung vor. Derjenigen Patienten, bei denen es komplexe Aufgaben zu lösen gilt, nimmt sich ein Case Manager an. Ein zentrales Kriterium für eine intensive Betreuung von Patientinnen und Patienten ist das Vorhandensein psychischer Probleme oder einschneidender sozialer und ar-beitsbedingter Belastungsfaktoren. Für die Reintegration relevant sind vor allem die folgenden Aspekte: Erkennung und Differenzierung... - vorbestehender psychischer Störungen - psychischer Unfallfolgen - sozialer Belastungsfaktoren bereits vor dem Unfallereignis bzw. dem Auftreten einer Berufskrankheit oder im Verlauf der Rehabilitation bzw. der Erkrankung - psychisch belastender Bedingungen am Arbeitsplatz (inkl. arbeitsassoziierte Gesundheitsstörungen wie z.B. Rückenprobleme, Burn-Out') - psychisch belastender Situationen im persönlichen Umfeld oder - von Konflikten, die sich um das Unfallereignis ranken. 2. Ziele Das Projekt verfolgt sechs Ziele: 1. Triage (Beitrag zur Heuristik): Die Entwicklung und Einführung eines Screening-Instrumentes für den Ablauf NCM soll eine erste Triage bieten zur Erkennung der Versicherten mit einem Risiko, psychische Störungen zu entwickeln. Ob darüber hinaus weitere Instrumente zu Handen der Case-Manager bzw. Kreisärzte notwendig sein werden, wird sich erst nach Abschluss des Teilprojektes subjektive Prädiktoren zeigen. Eingeschlossen ist die Erkennung von Versicherten mit primär sozialen Problemen und arbeitsbezogenen Problemen (z.B. belastende Arbeitsbedingungen, defizitäre Arbeitsgestaltung, soziale Konflikte am Arbeitsplatz etc.). Diese Versicherten tragen nämlich ein gewisses Risiko in sich, zu einem späteren Zeitpunkt (auch) psychisch zu erkranken. 2. Prädiktoren (Beitrag zur Heuristik): Mit der Triage soll noch ein zweites Ziel erreicht werden - die vorhandenen Prädiktoren für eine kritische Entwicklung um subjektive Faktoren zu erweitern: Aus der Forschung Verunfallter ist bekannt, dass Faktoren wie die subjektive Einschätzung des Unfallereignisses, die Beeinträchtigung durch die Unfallfolgen, die subjektive Einschätzung beeinflussen, die verlässlichsten prognostischen Faktoren waren. Durch das Teilprojekt Subjektive Prädiktoren wird sich zeigen, ob die neu erhobenen Faktoren eine über die bereits erfassten Parameter hinaus verlässlichere Aussage über die längerfristige Prognose erlauben. 3. Entwicklung diagnostischer Abläufe (Beitrag zur Prozessdynamik) Grundsätzlich sind prognostische Aussagen begrenzt: Entwicklungen und Veränderungen in Befinden und Leistungsfähigkeit von Menschen sind nur bedingt vorhersagbar. Das bedeutet aber auch, dass die Prognose nicht von vorn herein feststeht. Hier eröffnen sich therapeutische und interventionelle Möglichkeiten, die noch besser genutzt werden sollen: - durch die weitere Analyse arbeitsbezogener Probleme - die klinisch psychiatrische Diagnostik - die psychologische (Test-)Diagnostik Die Diagnostik bei psychischen Belastungen wird einer für Psychodiagnostik spezialisierten Gruppe von Psychologinnen und Psychologen überwiesen, während die primär sozial und vor allem am Arbeitsplatz belastete Gruppe von Versicherten Arbeits- und Sozialpsychologen zugewiesen werden sollte. Versicherte mit manifesten psychischen Störungen sollten eingehend psychiatrisch untersucht werden. Ob die Screening-Instrumente allein für diese erste Triage ausreichen werden, muss in einer Pilotphase geklärt werden. 4. Zusätzliche diagnostische Instrumente (Beitrag zur Prozessdynamik und zur Evaluation): Möglicherweise müssen zusätzliche Testinstrumente zusammengestellt und in die Sprachen übersetzt werden, die am häufigsten ausser den Landessprachen benötigt werden (albanisch, serbokroatisch, türkisch). Übersetzte Instrumente müssen validiert werden, was sehr aufwendig ist. 5. Begleitung und Evaluierung von veranlassten Therapien und Interventionen (Beitrag zur Evaluation): Entsprechend müssen unterschiedliche Betreuungs- und Behandlungspläne für Patientinnen und Patienten mit psychischen Belastungen oder leichteren bzw. schwereren psychischen Störungen entwickelt werden. Separat müssen Interventionen entwickelt werden, die die Behebung von belastenden Situationen am Arbeitsplatz zum Ziel haben. Das schliesst auch Interventionen in den Betrieben ein (z.B. im Hinblick auf Ver-besserungen der Arbeitsgestaltung, der Zusammenarbeit oder des Arbeitsumfeldes der zu reintegrierenden Patientinnen und Patienten oder im Hinblick auf das Unfallereignis). Die leistungsbezogene Abgeltung externer Leistungserbringer ist tarifarisch zu regeln. Das Vorgehen bei Patientinnen und Patienten mit manifesten psychischen Störungen (psychiatrischen Erkrankungen) muss insofern neu gestaltet werden, als veranlassten Therapien eine kompetente Diagnostik vorausgehen muss. Für die Behandlung dieser Patienten stehen bereits Angebote zur Verfügung (Psychiater VMY, praktizierende Psychiater, Psychiatrische Kliniken, Sozialpsychiatrische Einrichtungen). 6. Entwicklung eines Qualitätssicherungsprogrammes um die diagnostischen, therapeutischen und interventionellen Anforderungen umzusetzen: Erweiterte Suva-Patientenstatistik; Akkreditierungsprogramm für unterschiedlich spezialisierte Psychologinnen und Psychologen, die zu Lasten der Suva tätig sind.

Résultats

Erarbeitetes Screening-Instrument: Fragebogen FAB: Fragebogen zu Arbeit und Befinden zur Früherkennung möglicher Komplexfälle; Fragen aus der Arbeitspsychologie und klinischen Psychologie