Zustand der Berufsbildungsforschung in der Schweiz und Grundzüge eines Konzepts

Ref. 7092

  

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Ganze Schweiz

Abstract

Während Jahren galt den Schweizern ihr Berufsbildungssystem als das bestmögliche, und Berühren war demzufolge nahezu tabu. Erst als seine Reformbedürftigkeit angesichts des gesellschaftlichen, technologischen und ökonomischen Wandels überdeutlich zutage trat, und vor allem im Umkreis der Diskussionen über die Einführung von Fachhochschulen, wurde es breiteren Kreisen bewusst, dass in der Schweiz sehr wenig gesichertes Wissen vorhanden ist, auf dem eine Neugestaltung der Berufsbildung aufbauen kann. Als Versuch, einen Beitrag an die Schliessung dieser Lücke zu leisten, beschloss die Kommission Berufsbildung der Erziehungsdirektorenkonferenz im Herbst 1997, ein Mandat zu vergeben, das eine Bestandesaufnahme zur Berufsbildungsforschung in der Schweiz sowie die Erarbeitung von Modellvorstellungen zu ihrer Entwicklung zum Gegenstand hatte.

Results

In seinem nun als EDK-Dossier veröffentlichten Bericht besteht der Auftragnehmer, Urs Kiener, unter anderem auf der Tatsache, dass Berufsbildungsforschung nicht von der übrigen Bildungsforschung abgekoppelt werden kann. Er sieht die Vermutung bestätigt, dass die herrschende Vielfalt in Bereich der Forschung über Berufsbildung weniger mit überbordender Aktivität der Akteure zu tun hat als mit einem Mangel an Strukturen. Der Umfang der Forschung in diesem Sektor vermöge nicht zu befriedigen (und die wissenschaftliche Qualität auch nicht immer); die Berufsbildungsforschung werde sowohl zuwenig gefördert wie auch zuwenig koordiniert. Allerdings zeigt der Autor auch auf, dass in einem Land wie der Schweiz mit ihren verschiedenen Sprachen und Mentalitäten eine "einfache" Lösung kaum zu finden ist und wohl auch gar nicht wünschbar wäre. Der Bericht macht dennoch Angaben zu den Grundzügen eines möglichen Konzepts, verzichtet aber darauf, eine Struktur von Forschungsinstitutionen und Finanzierungen zu skizzieren. Stattdessen schlägt er vor, zunächst einen Prozess zu initiieren, in dem - unter Einbezug der betroffenen Kreise - eine solche Struktur konkretisiert wird. In einem ersten Schritt hat es das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) übernommen, kleine Delegationen der Gruppe für Wissenschaft und Forschung, des BBT selbst, der EDK, des Nationalfonds und der Kommission für Technologie und Innovation zu einer Aussprache zusammenzurufen. Damit soll der von Urs Kiener skizzierte Prozess einen Anfang nehmen.