LABIRINT – Langfristige Bildungsverläufe von Regelschüler:innen mit integrativen schulischen Massnahmen (BELIMA, t3)

Ref. 21194

  

General description

Period

2022/2023

Geographical Area

Additional Geographical Information​

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Abstract

Das Projekt LABIRINT ist der dritte Teil der Längsschnittstudie BELIMA, die seit 2015 an der PHBern durchgeführt wird (www.phbern.ch/belima). Es fokussiert Jugendliche im Kanton Bern, die während der obligatorischen Schulzeit unterschiedliche integrative Massnahmen (integrative Förderung durch eine heilpädagogische Fachperson, reduzierte individuelle Lernziele oder einen Nachteilsausgleich) erhielten. Die zentrale Fragestellung des Projekts LABIRINT lautet: Welche Auswirkungen haben integrative schulische Massnahmen der Primar- und Sekundarstufe I auf die weitere Ausbildungs- und Berufslaufbahn sowie auf die sozial-emotionale Entwicklung betroffener Schülerinnen und Schüler auf Sekundarstufe II? An der Online-Befragung im Frühjahr 2022 nahmen rund 1400 junge Erwachsene mit und ohne integrative Massnahmen teil, die bereits auf Sekundarstufe I und teilweise auch auf Primarstufe an der Längsschnittstudie teilgenommen hatten. Zudem wurden kantonale Daten genutzt, um unsere quantitativen Daten zu überprüfen und ergänzen. Im Frühling 2023 wurden mit 10 ausgewählten Teilnehmenden aus unserer Stichprobe, die während ihrer Schulzeit integrative Massnahmen erhalten hatten, sowie mit deren Matchingpartnerinnen und –partnern zusätzlich vertiefende Interviews geführt. Die erhobenen Daten ermöglichen einen detaillierten Einblick in die Situation von jungen Erwachsenen mit besonderem Bildungsbedarf während und nach dem Übertritt in die Sekundarstufe II. Zudem werden Stärken und Herausforderungen des Berufsbildungssystems hinsichtlich der Begleitung und Unterstützung dieser jungen Erwachsenen aufgezeigt.

Results

Die Resultate aus LABIRINT zeichnen ein differenziertes Bild der Massnahmen: Lernende mit reduzierten individuellen Lernzielen (RILZ) treten zwar nicht häufiger verzögert in die Sekundarstufe II ein, beginnen jedoch häufiger Ausbildungen mit geringerem schulischem Anforderungsniveau als vergleichbare Lernende ohne RILZ. Dies deutet darauf hin, dass RILZ trotz ihrer förderorientierten Zielsetzung unbeabsichtigte langfristige Folgen haben können und Lernende tendenziell in weniger anspruchsvolle Bildungswege lenken. Diese Annahme widerspiegelt sich teilweise in den geführten Leitfadeninterviews. Beim Nachteilsausgleich (NAG) konnten hingegen keine negativen Effekte auf den Bildungsverlauf festgestellt werden, was darauf hinweist, dass dieser eher dazu beiträgt, Bildungsungleichheiten zu reduzieren. Gleichwohl zeigen Analysen, dass der Zugang zum NAG sozial selektiv erfolgt und insbesondere Lernenden aus privilegierteren Familien zugutekommt. Zu berücksichtigen ist auch, dass der NAG beim Übergang in die Sekundarstufe II nicht automatisch weitergeführt wird, sondern neu beantragt werden muss, was für die Betroffenen eine zusätzliche Hürde darstellen kann. Hinweise darauf sind in den qualitativen Daten zu finden.