Was sind Online-Wahlhilfen?
Die erste Online-Wahlhilfe wurde bereits 1998 in den Niederlanden angeboten. Inzwischen werden bei fast allen europäischen Wahlen solche Plattformen online gestellt und von Millionen von Wählern*innen genutzt. Grundsätzlich basieren alle Online-Wahlhilfen auf dem gleichen Ansatz: In einem ersten Schritt können die Wähler*innen anhand eines umfassenden Fragebogens ihr eigenes politisches Profil erstellen. In einem zweiten Schritt werden diese Profile mit den Profilen der Parteien und/oder Kandidierenden verglichen. Dieses Matching zeigt detailliert auf, wer dem/der Wähler*in politisch am nächsten steht.
Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Bisherige Forschungsprojekte konnten aufzeigen, dass die Nutzung von Online-Wahlhilfen dazu führt, dass die Wähler*innen besser über die zur Wahl stehenden Parteien und Kandidierenden informiert sind und auch zu einer höheren Wahlbeteiligung führt. Zu anderen Aspekten bestehen jedoch noch keine gesicherten Erkenntnisse. So ist unter anderem noch unklar, wie stark Online-Wahlhilfen individuelle Wahlentscheide wirklich beeinflussen. Zudem stellen sich gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krise der (repräsentativen) Demokratien weitere Fragen: Unterstützen Online-Wahlhilfen vermehrt faktenbasierte Entscheide? Führt die Benutzung von Online-Wahlhilfen zu mehr oder weniger politischer Polarisierung? Hemmen oder stärken Online-Wahlhilfen populistische Parteien bzw. Kandidierende?
Das vorliegende Projekt will diesen Fragen mit der Durchführung von Umfragen und Experimenten nachgehen und somit erste Antworten auf wichtige Fragen zur Funktionsweise einer digitalisierten Demokratie geben.