Eine repräsentative Stichprobe (N = 54 175) der Schweizer Wohnbevölkerung wurde angeschrieben; 2425 betreuende Personen (davon 389 Kinder und Jugendliche) nahmen teil. Schätzungsweise betreuen 600'000 Personen in der Schweiz ihnen nahestehende Menschen (ca. 543'000 ab 16 Jahren; 49'000 zwischen 9 und 15 Jahren). Bei den Befragten ab 16 Jahren sind in 61 % der Fälle weitere Familienmitglieder beteiligt, bei Kindern und Jugendlichen sind es 95 %. Knapp zwei Drittel der Befragten sind erwerbstätig. Zentraler Befund: Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen steht das Bedürfnis nach Hilfe und Information für den Notfall an vorderster Stelle. Die wichtigste Entlastungsquelle ist die eigene Familie, gefolgt von Fachpersonen des Gesundheitswesens (bei Erwachsenen). Die Passung zwischen Bedürfnissen und Angeboten sollte gezielt weiterentwickelt werden.
Otto, Ulrich; Leu, Agnes; Bischofberger, Iren; Gerlich, Regina; Riguzzi, Marco; Jans, Cloé; Golder, Lukas (2019). Bedürfnisse und Bedarf von betreuenden Angehörigen nach Unterstützung und Entlastung – eine Bevölkerungsbefragung. Schlussbericht des Forschungsprojekts G01a des Förderprogramms Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017–2020. Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Bern. Zürich.
https://www.bag.admin.ch/de/foerderprogramm-entlastungsangebote-fuer-betreuende-angehoerige-2017-2020