Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) als Datengrundlage für die Analyse des Übergangs zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem

Ref. 5379

Allgemeine Beschreibung

Periode

1992-1995

Geographischer Raum

-

Zusätzliche geographische Informationen

Schweiz

Kurzbeschreibung

In der amtlichen Statistik sind seit einigen Jahren Bestrebungen im Gang, verschiedene Module statistischer Produktion miteinander zu verknüpfen und in sogenannte Gesamtrechnungen einzubinden. Am weitesten fortgeschritten sind diese Bestrebungen im Bereich der Arbeitsmarktgesamtrechnung AGR. Bestrebungen zur gegenseitigen Annäherung und Verknüpfung von statistischer Produktion sind auch seitens der Bildungsstatistik vorhanden. In diesem Statistikbereich lautet das Stichwort "Qualifikationsgesamtrechnung". In diesem Zusammenhang interessiert vorrangig der Verwertungs- bzw. Umsetzungsprozess von (im Bildungssystem) erworbenen Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt. Pionierarbeit leistete und leistet in diesem Bereich das Zentrum für Forschung und Innovation im Bildungswesen (CERI) der OECD. Vor dem Hintergrund der anhaltend angespannten Wirtschaftslage, verbunden mit OECD-weit beobachtbarer hoher Jugendarbeitslosigkeit ist insbesondere der Übergang vom Bildungs- ins Beschäftigungssystem ins Zentrum des Forschungsinteresses gerückt. Vor dem Hintergrund dieser internationalen Bestrebungen bietet sich die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung SAKE zur Beschreibung dieses Übergangs aus folgenden Gründen geradezu an: - Sie verknüpft auf Individualebene Bildungs-, Beschäftigungs- und weitere soziodemografische Daten. - Ihr Längsschnitt-Design erlaubt verlaufsstatistische Individualbeobachtungen - Ihre Resultate sind gesamtschweizerisch repräsentativ - Sie ist methodisch kompatibel mit ähnlichen Erhebungen in anderen Ländern und ermöglicht daher internationale Vergleiche. Fragestellung und Spezifikation Wie vollzieht sich der Übergang zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem? Für welche Qualifikationen ist er mit welchen Schwierigkeiten verbunden? Welche Veränderungen der Übergangsparameter sind über die Zeit hinweg zu beobachten? Vor dem Hintergrund dieser Grundfragestellungen sind folgende Elemente Gegenstand des Projekts: - Entwicklung einer verlaufsstatistischen Methodologie auf der Basis der SAKE-Daten, mit welcher die relevanten Parameter des Übergangs zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystems so zuverlässig, detailliert und exakt wie möglich bestimmt werden können. - Quantifizierung der Übergangscharakteristika und Überprüfung der Methode anhand der verfügbaren Panel-Daten der SAKE. - Entwicklung eines Standardverfahrens, das es erlaubt, die definierten Übergangsparameter jährlich zu aktualisieren (Indikatorenbildung).

Resultate

Die Längsschnittanalyse der SAKE-Daten im Hinblick auf den Übergang zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem hat einige hochinteressante Resultate gebracht, die bildungs- und beschäftigungspolitisch nicht einer gewissen Brisanz entbehren. Namentlich die Indikatoren Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzsicherheit (Befristung der Anstellung) sowie berufliche Mobilität (Berufswechsel) legen nahe, dass der Einstieg ins Beschäftigungssystem für die vom Bildungssystem herkommenden "Neulinge" oft ein sehr problematischer ist. Dies gilt wohl für die untersuchte Periode, die in die längste Rezessionsphase der Nachkriegszeit fällt, in ganz besonderem Ausmass. Die Schätzgenauigkeit der errechneten Parameter ist allerdings sehr unbefriedigend, v.a. aus Gründen der (Teil-)Stichprobengrösse. Eine routinemässige Verwendung der SAKE-Daten für die Bildung von Indikatoren zum Übergang zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem kommt deshalb vermutlich nur in Frage, wenn die interessierende Teilpopulation in der SAKE-Stichprobe massgeblich vergrössert werden kann (oversampling).