Wie der Sex in die Zeitung kam. Mediale Ratgeberkommunikation in der Schweiz 1980-1995

Ref. 9525

  

General description

Period

1980 bis 1995

Geographical Area

-

Additional Geographical Information​

Schweiz

Abstract

Das geschichtswissenschaftliche Dissertationsprojekt wird im Rahmen des SNF-Projektes "Ratgeberkommunikation und die mediale Konstruktion sexueller Selbstverhältnisse im "Blick" (1980-1995) und in aktuellen Internetforen" erarbeitet. Das Dissertationsprojekt erschliesst den Sexualitätsdiskurs der 1980er und 1990er Jahre. Es verschränkt dabei zwei historische Themenfelder: Die Geschichte der Sexualität und die Geschichte populärmedialer Diskursivität. Indem das Projekt die komplexe Verschränkung diskursiver und medialer Praktiken im medialisierten Reden über Sexualität in der Postmoderne aufzeigt und den Diskurs des Sexuellen als durch Prozesse der Medialisierung geprägt ausweist, leistet es einen Beitrag zur jüngeren Geschichte des Intimen in der Schweiz. Das Quellenmaterial besteht im Wesentlichen aus dem Nachlass der ehe-maligen Blick-Ratgeberin Marta Emmenegger. Das Textkorpus enthält die persönlichen Anfragen der Ratsuchenden, die individuellen Antworten der Lieben Marta sowie ihre Kolumnen in der Boulevardzeitung Blick. Das gesamte Korpus umfasst gegen 13.000 Briefe (inkl. Antwortbriefe von Marta Emmenegger) und ca. 4000 Kolumnen. Da die Liebe Marta in der auflagenstärksten Tageszeitung der Schweiz publiziert wurde, bietet dieses Korpus Zugriff auf Texte, die das Denken und Handeln sehr vieler Menschen beeinflussen und strukturieren konnten. Das Material ermöglicht somit die Rekonstruktion gesellschaftlicher Normen. Überdies bietet sich erstmals die Gelegenheit, die Transformation vom Brief zur Kolumne analytisch nachzuvollziehen und damit eine neue, umfassendere Perspektive in der historischen Erforschung der Ratgeber-kommunikation zu entwickeln. Das Projekt verfolgt die Frage nach den Regeln und der Medialität des Diskurses des Sexuellen, der in der Ratgeberrubrik Lieben Marta aufschien. Die Frage gliedert sich in folgende Teilfragen: Aus welchen redaktionellen Arbeitsprozessen gingen die Kolumnen hervor? Welche diskursive Funktion hatte die Figur der Ratgeberin? Welchen Stellenwert hatte das Boulevardformat in der Konstruktion des Sexuellen? Was erschien schliesslich als das Sexuelle?

Results

-